BGM und Führung

Die meisten Gesundheits­angebote erreichen die Mitarbeitenden, die sie am wenigsten brauchen

Warum betriebliche Gesundheitsangebote ein Formatproblem haben und was gesund führen heute bedeutet.

Ein Beitrag zum Wirtschaftsforum Wuppertal am 25. Juni.

  • Jan KluesGründer und Geschäftsführer
  • Till KühneCo-CEO und Gründer, Leiter körperliche Gesundheit

Fachlich geprüft von Till Kühne

Verfasst am

Zuletzt aktualisiert am

01Kurzfassung
Kurzfassung

Es fehlt am Format.

Die gesetzlichen Krankenkassen investieren so viel in Prävention wie nie, erreichen damit aber nur rund 2,1 Millionen Beschäftigte. Es fehlt selten am Willen und selten am Budget. Es fehlt am Format.

In knapp 100 Gesprächen mit Arbeitgebern haben wir in den vergangenen Monaten immer das gleiche Muster gesehen. Zum Kurs am Dienstagabend kommen zehn Personen, meist dieselben, meist die, die ohnehin auf sich achten. Wer über mehrere Gebäude, Standorte oder Länder verteilt arbeitet, im Schichtdienst steht oder unterwegs ist, bleibt außen vor. Genau diese Mitarbeitenden erreicht das Angebot heute am seltensten.

Klassische Gesundheitsangebote sind zeitgebunden, ortsgebunden und thematisch breit angelegt. Ein fester Kurstermin passt nur zu einem Teil der Arbeitszeiten. Ein Angebot vor Ort erreicht ein Gebäude, weitere Standorte bleiben außen vor. Und ein breit angelegtes Stressprogramm trifft selten die Person, die mit konkreten Rückenbeschwerden zur Arbeit kommt.

02Reichweite
Reichweite

Prävention wirkt. Die Reichweite entscheidet.

Die Fehltage durch psychische Erkrankungen sind innerhalb von zehn Jahren um knapp 47 Prozent gestiegen (WIdO Fehlzeiten-Report 2024). Muskel-Skelett-Erkrankungen bleiben mit 19,5 Prozent aller Fehltage die größte einzelne Krankheitsgruppe. Dass betriebliche Prävention wirkt, ist belegt: Die Initiative Gesundheit und Arbeit beziffert den Return on Investment auf 2,7 und die mögliche Reduktion von Fehlzeiten auf rund 25 Prozent.

Die Wirkung ist also nachgewiesen. Sie entsteht aber nur, wenn ein Angebot im Alltag der Menschen ankommt. Genau dort liegt das Nadelöhr, nicht bei der Frage, ob Prävention etwas bringt.

03Gesund führen
Gesund führen

Gesund führen heißt Haltung und Struktur.

Gesund führen hat zwei Seiten. Die eine ist Haltung. Führungskräfte, die Gesundheit ernst nehmen, schaffen Raum dafür, sprechen darüber und hinterlegen das Thema mit Budget. Die andere ist Struktur. Sie entscheidet, ob ein Angebot die ganze Belegschaft erreicht oder nur die, die ohnehin motiviert sind. Wirksam wird Prävention erst, wenn beides zusammenkommt.

04Drei Bedingungen
Drei Bedingungen

Worauf es ankommt, damit Prävention genutzt wird.

Damit ein Angebot von der ganzen Belegschaft genutzt wird, muss es drei Dinge leisten. Sie gelten unabhängig vom Anbieter und sind der eigentliche Maßstab für gesunde Führung.

  • Es muss jeden erreichen Wer im Schichtdienst arbeitet, im Außendienst oder an einem von vielen Standorten, braucht denselben Zugang wie die Kollegin im Büro. Alles, was an feste Zeiten und Orte gebunden ist, schließt einen Teil der Belegschaft von vornherein aus.
  • Es muss zur einzelnen Person passen Wer mit Rückenschmerzen kommt, braucht etwas anderes als jemand unter Daueranspannung. Ein gleiches Programm für alle bleibt für die meisten zu allgemein, um wirklich zu helfen.
  • Es muss Vertrauen schaffen Bei Gesundheit geht es um Persönliches. Menschen lassen sich nur darauf ein, wenn sie sicher sind, dass ihre Daten geschützt bleiben und niemand mitliest. Genau diese Anonymität macht es zugleich möglich, die Wirkung später auf Gruppenebene zu zeigen, ohne eine einzelne Person sichtbar zu machen.
05Nutzen
Nutzen

Was Arbeitgeber davon haben.

Erfüllt ein Angebot diese drei Bedingungen, verändert sich etwas, das sich messen lässt. Mehr Menschen nutzen Prävention, nicht nur die ohnehin Aktiven. Mit der Nutzung sinken über die Zeit die Fehltage, die heute den größten Teil der vermeidbaren Kosten ausmachen.

Es geht aber um mehr als Fehltage. Wer spürt, dass sein Arbeitgeber in das eigene Wohlbefinden investiert, bleibt zufriedener und länger. Im Fachkräftemangel ist das ein handfester Vorteil, und Gesundheit wird zu einem Teil der Arbeitgebermarke.

Und die Führung sieht, dass die Investition wirkt. Dieselbe anonyme Auswertung, die Mitarbeitende schützt, zeigt auf Gruppenebene, welche Angebote ankommen und wo Bedarf entsteht. Dass Prävention steuerlich begünstigt ist, macht die Rechnung leichter: bis zu 600 Euro je Mitarbeitendem und Jahr bleiben steuer- und sozialversicherungsfrei.

Das Dashboard für Arbeitgeber. Es zeigt anonymisiert, welche Angebote ankommen, nie auf einzelne Personen bezogen.

06coachBOB
coachBOB

Wie wir das mit coachBOB lösen.

An genau diesen drei Bedingungen haben wir coachBOB ausgerichtet. Damit Prävention jeden erreicht, läuft sie auf dem Smartphone, im eigenen Tempo, an jedem Arbeitsplatz. Damit sie zur einzelnen Person passt, geht BOB, unser digitaler Assistent, auf das konkrete Anliegen ein und schlägt vor, was im Moment hilft.

Und damit Menschen sich darauf einlassen, ist die Sicherheit von Beginn an mitgedacht. Die Grundlagen dafür sind nachweislich erfüllt:

  • ISO/IEC 27001:2022 zertifiziert
  • ZPP-Zertifizierung beantragt
  • Hosting in Deutschland
  • DSGVO-konform

So wird aus geprüfter Sicherheit kein Siegel an der Wand, sondern der Grund, warum Mitarbeitende die App tatsächlich öffnen.

So funktioniert coachBOB
07Ausblick
Ausblick

Prävention steht vor der gleichen Wende wie Vertrieb.

Prävention wird in den kommenden fünf Jahren die Veränderung durchlaufen, die Vertrieb und Buchhaltung schon hinter sich haben: digital, individuell, messbar. Arbeitgeber, die diesen Wandel früh gestalten, gewinnen gesündere und stärker gebundene Belegschaften. Das ist der eigentliche Ertrag von gesund führen, und er entscheidet sich daran, wen ein Angebot erreicht.

Jan Klues spricht mit Mikrofon auf der Bühne des Wirtschaftsforums Wuppertal
Wirtschaftsforum Wuppertal, 25. Juni 2026
08Quellen
Quellen

Quellen und belegte Zahlen.

AussageWertQuelle
Durch betriebliche Gesundheitsförderung der GKV erreichte Beschäftigte (2024)2,1 MillionenGKV-Präventionsbericht 2025, S. 66
Anstieg psychisch bedingter Fehltage in 10 Jahren+47 %WIdO Fehlzeiten-Report 2024
Anteil Muskel-Skelett-Erkrankungen an allen AU-Tagen (2023)19,5 %WIdO Fehlzeiten-Report 2024
Return on Investment betrieblicher Prävention2,7iga.Report 40
Mögliche Reduktion von Fehlzeiten~25 %iga.Report 28
Steuer- und sozialversicherungsfreie Prävention je MA/Jahr600 €Paragraf 3 Nr. 34 EStG
Informationssicherheit zertifiziertISO 27001Zertifikat DE-IS-20260278 (2026)

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